Tasse für Linkshänder: Wann sie sich wirklich lohnt

Brauchen Linkshänder eine spezielle Tasse? Funktional kaum, denn Tassen sind symmetrisch. Worauf es bei Motiv, Aufdruck und als Geschenk trotzdem ankommt.

Eine Tasse braucht ein Linkshänder im Grunde nicht in einer Sonderausführung. Sie ist rund und damit in jeder Hand gleich gut zu halten. Der einzige echte Unterschied liegt beim Aufdruck, denn ein Motiv neben dem Henkel zeigt je nach Greifhand nach vorne oder zur Wand. Genau das macht eine Linkshänder-Tasse aus, nicht eine andere Funktion.

Warum eine Tasse keine Hand bevorzugt

Anders als bei der Schere oder dem Dosenöffner gibt es bei der Tasse keine Mechanik, die für eine Hand gebaut wäre. Der Henkel sitzt mittig, die Form ist rotationssymmetrisch, und das Trinken gelingt mit links wie mit rechts auf dieselbe Weise. Das deckt sich mit dem Bild der Forschung zur Händigkeit, wonach rund jeder zehnte Mensch Linkshänder ist und für die meisten Alltagsgegenstände keine Sonderform benötigt. Eine groß angelegte Auswertung der Ruhr-Universität Bochum nennt einen weltweiten Anteil von etwa 10,6 Prozent. Bei der Tasse zahlt diese Zahl auf eine einfache Erkenntnis ein, nämlich dass hier kein funktionaler Nachteil besteht.

Wo der Unterschied tatsächlich sitzt

Sichtbar wird der Unterschied erst beim Dekor. Aufdrucke werden üblicherweise links vom Henkel platziert, weil Rechtshänder die Tasse mit der rechten Hand greifen und das Bild dann zu ihnen zeigt. Wer die Tasse in der linken Hand hält, sieht stattdessen die weiße Rückseite. Eine Tasse für Linkshänder dreht das Motiv auf die andere Seite, sodass es beim Trinken nach vorne weist. Der Fachhandel bietet solche Varianten gezielt an und weist beim Bestellen oft die Wahl zwischen einer links- und einer rechtshändigen Bedruckung aus. Wer beides abdecken möchte, greift zu einer Tasse mit umlaufendem Druck oder mit Motiv auf beiden Seiten.

Henkelform und Sondertassen

Eine kleine Ausnahme bilden geformte Griffe. Bei Trinklerntassen und Bechern für Kinder gibt es Modelle mit Griffmulden, die sich für die jeweilige Hand angenehmer anfühlen. Hier kann eine spiegelbare oder seitengleiche Form sinnvoll sein. Bei klassischen Henkeltassen für Erwachsene ist das kein Thema, da der runde Henkel keine Seite vorgibt. Daneben existieren Scherz- und Geschenkartikel mit Sprüchen über Links- und Rechtshänder, die rein dekorativ gemeint sind und keinen praktischen Vorteil versprechen.

Worauf Sie beim Kauf achten

Kaufen Sie eine Linkshänder-Tasse vor allem dann, wenn Ihnen das Motiv wichtig ist oder Sie sie verschenken möchten. Achten Sie auf die Angabe zur Druckseite, damit das Bild in Ihrer Greifhand richtig herum erscheint. Für gemischte Haushalte ist ein umlaufendes oder beidseitiges Dekor die unkomplizierteste Lösung. Wer dagegen nur eine gute Tasse zum Kaffee sucht, kann bedenkenlos zu jedem normalen Modell greifen, denn einen funktionalen Linkshänder-Vorteil gibt es bei der Tasse nicht.

Material, Größe und Pflege

Wenn die Funktion keine Rolle spielt, rücken andere Dinge in den Vordergrund. Achten Sie auf das Material. Porzellan wirkt edel und hält die Wärme gut, Steingut ist robuster und unempfindlicher im Alltag. Die Füllmenge sollte zu Ihren Gewohnheiten passen, denn ein großer Pott für den Morgenkaffee ist etwas anderes als eine kleine Espressotasse. Wichtig ist auch der Druck. Ein gutes Motiv übersteht viele Spülgänge nur dann, wenn es eingebrannt oder ausdrücklich spülmaschinenfest aufgebracht ist. Billige Aufkleber blättern mit der Zeit ab. Prüfen Sie deshalb die Angabe zur Spülmaschinen- und Mikrowellenfestigkeit, bevor Sie eine bedruckte Linkshänder-Tasse verschenken. Wer die Tasse täglich nutzt, ist mit einem schlichten, gut verarbeiteten Modell oft zufriedener als mit einem auffälligen Werbeartikel. So bleibt am Ende ein schönes Stück, das lange hält und in jeder Hand gut liegt.

Mehr für die linke Hand in der Küche

Echte Vorteile bringen Sonderausführungen erst dort, wo eine Asymmetrie stört. Das zeigt sich beim Messer für Linkshänder mit seinem Schliff und beim Besteck für Linkshänder, bei dem nur das Messer eine andere Seite braucht. Einen Überblick über alle linksgerechten Küchenhelfer gibt der Bereich Küche für Linkshänder.

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Häufige Fragen

Brauchen Linkshänder eine spezielle Tasse?
Funktional nein. Eine Tasse ist rund und damit symmetrisch, sie lässt sich mit beiden Händen gleich gut greifen und führen. Ein Unterschied entsteht nur beim Aufdruck, denn ein Motiv neben dem Henkel zeigt je nach Hand zum Trinkenden oder von ihm weg.
Warum sieht ein Linkshänder das Tassenmotiv oft nicht?
Aufdrucke sitzen meist links vom Henkel, weil Rechtshänder die Tasse rechts halten und das Motiv dann zu ihnen zeigt. Wer die Tasse in der linken Hand hält, blickt auf die unbedruckte Rückseite. Linkshänder-Tassen haben das Motiv deshalb auf der anderen Seite.
Welche Tasse passt für Links- und Rechtshänder?
Eine Tasse mit umlaufendem Motiv oder mit beidseitigem Druck. So zeigt das Bild in jeder Hand nach vorne, was sich auch für gemischte Haushalte und als Geschenk eignet.
Gibt es Tassen mit ergonomischem Griff für Linkshänder?
Vor allem für Kinder gibt es Trinklerntassen und Becher mit geformten Griffmulden. Hier kann eine seitengleiche oder spiegelbare Form angenehmer sein, bei klassischen Henkeltassen für Erwachsene spielt das keine Rolle.
Lohnt sich eine Linkshänder-Tasse als Geschenk?
Ja, gerade als kleines Präsent. Viele Anbieter drucken den Spruch oder das Motiv auf Wunsch links- oder rechtshändig, sodass das Bild für den Beschenkten richtig herum erscheint.

Quellen